Eine Reise von den ersten KI-Vorlesungen der achtziger Jahre über den grossen KI-Winter und die langen Jahre der Geduld bis zur Explosion von Deep Learning und ChatGPT — und darüber hinaus.
Das Buch spannt den Bogen von Lisp und Prolog über die Dartmouth-Träume von McCarthy und Minsky, das japanische Fünfte-Generations-Projekt, den Sieg von Deep Blue über Kasparov bis zur Demokratisierung der Intelligenz durch ChatGPT. Es entwirft zwei Szenarien für die Zukunft: das Schlaraffenland — Wohlstand für alle — oder den digitalen Stalinismus, die totale Kontrolle.
Die zentrale These: Keines dieser Szenarien wird eintreten, wenn die Politik weiter zuschaut, statt zu handeln. KI und Robotik werden Arbeitswelt, Medizin, Bildung, Kriegsführung, Demokratie und das Selbstverständnis der Menschheit in den kommenden Jahrzehnten tiefer umpflügen als die industrielle Revolution — schneller als das Internet. Das Buch schliesst mit acht konkreten Forderungen an die Gesetzgeber.
Themen
- Die Verheissung (1980–1987)
- Der grosse Frost — der KI-Winter (1987–1993)
- Die langen Jahre der Geduld (1993–2012)
- Die Explosion (2012–2026)
- Die zwei Zukünfte: Wohlstand für alle oder totale Kontrolle?
- Was die Politik jetzt tun muss — acht Forderungen an die Gesetzgeber
Für wen ist dieses Buch?
- Bürgerinnen und Bürger, die verstehen wollen, was KI für die Gesellschaft bedeutet
- Parlamentarier und Verwaltungsangehörige, die regulatorische Grundlagen für KI schaffen müssen
- Alle, die sich für Technologiegeschichte und institutionelle Steuerung von Umbruchstechnologien interessieren
Un voyage depuis les premiers cours d'IA des années quatre-vingt, à travers le grand hiver de l'IA et les longues années de patience, jusqu'à l'explosion du deep learning et de ChatGPT — et au-delà.
L'ouvrage trace l'arc de Lisp et Prolog aux rêves de Dartmouth de McCarthy et Minsky, au projet japonais de cinquième génération, à la victoire de Deep Blue sur Kasparov, jusqu'à la démocratisation de l'intelligence par ChatGPT. Il esquisse deux scénarios pour l'avenir : le pays de cocagne — prospérité pour toutes et tous — ou le stalinisme numérique, le contrôle total.
La thèse centrale : aucun de ces scénarios ne se réalisera si le politique continue de regarder au lieu d'agir. L'IA et la robotique bouleverseront plus profondément le monde du travail, la médecine, l'éducation, la guerre, la démocratie et la conscience que l'humanité a d'elle-même que la révolution industrielle — plus vite qu'Internet. Le livre se conclut par huit exigences concrètes à l'adresse des législateurs.
Thèmes
- La promesse (1980–1987)
- Le grand gel — l'hiver de l'IA (1987–1993)
- Les longues années de patience (1993–2012)
- L'explosion (2012–2026)
- Les deux avenirs : prospérité pour tous ou contrôle total ?
- Ce que le politique doit faire maintenant — huit exigences aux législateurs
À qui s'adresse ce livre ?
- Citoyennes et citoyens qui veulent comprendre ce que l'IA signifie pour la société
- Parlementaires et fonctionnaires qui doivent créer les bases réglementaires de l'IA
- Toutes les personnes intéressées par l'histoire des technologies et le pilotage institutionnel des technologies de rupture
Un viaggio dalle prime lezioni di IA degli anni ottanta, attraverso il grande inverno dell'IA e i lunghi anni della pazienza, fino all'esplosione del deep learning e di ChatGPT — e oltre.
Il libro tende l'arco da Lisp e Prolog ai sogni di Dartmouth di McCarthy e Minsky, al progetto giapponese di quinta generazione, alla vittoria di Deep Blue su Kasparov, fino alla democratizzazione dell'intelligenza attraverso ChatGPT. Delinea due scenari per il futuro: il paese della cuccagna — benessere per tutti — o lo stalinismo digitale, il controllo totale.
La tesi centrale: nessuno di questi scenari si realizzerà se la politica continuerà a guardare invece di agire. IA e robotica trasformeranno il mondo del lavoro, la medicina, l'istruzione, la guerra, la democrazia e la comprensione che l'umanità ha di sé più profondamente della rivoluzione industriale — più rapidamente di Internet. Il libro si chiude con otto richieste concrete al legislatore.
Temi
- La promessa (1980–1987)
- Il grande gelo — l'inverno dell'IA (1987–1993)
- I lunghi anni della pazienza (1993–2012)
- L'esplosione (2012–2026)
- I due futuri: prosperità per tutti o controllo totale?
- Cosa deve fare ora la politica — otto richieste al legislatore
A chi è rivolto il libro?
- Cittadine e cittadini che vogliono capire cosa significhi l'IA per la società
- Parlamentari e funzionari chiamati a creare le basi regolatorie dell'IA
- Tutti gli interessati alla storia della tecnologia e al governo istituzionale delle tecnologie di rottura
A journey from the first AI lectures of the 1980s through the great AI winter and the long years of patience to the explosion of deep learning and ChatGPT — and beyond.
The book spans from Lisp and Prolog through the Dartmouth dreams of McCarthy and Minsky, Japan's Fifth Generation project, Deep Blue's victory over Kasparov, to the democratisation of intelligence through ChatGPT. It outlines two scenarios for the future: paradise — prosperity for all — or digital totalitarianism, total control.
The central thesis: none of these scenarios will come to pass if politicians continue to watch rather than act. AI and robotics will transform work, medicine, education, warfare, democracy and humanity's understanding of itself more profoundly than the Industrial Revolution — faster than the internet. The book closes with eight concrete demands for lawmakers.
Topics
- The Promise (1980–1987)
- The Great Frost — the AI Winter (1987–1993)
- The Long Years of Patience (1993–2012)
- The Explosion (2012–2026)
- Two Futures: Prosperity for all or total control?
- What politics must do now — eight demands for lawmakers
Who is this book for?
- Citizens who want to understand what AI means for society
- Parliamentarians and administration staff who must draft the regulatory foundations of AI
- Anyone interested in the history of technology and the institutional steering of disruptive technologies
Leseprobe — Prolog: Der Zug nach Zürich
Der Schnellzug nach Zürich verliess Bern um sieben Uhr zweiunddreissig. Regula Feldmann sass am Fenster, den Rucksack zwischen den Knien, und sah zu, wie die Dächer der Länggasse im Morgennebel verschwanden. Neunzehn war sie, die Tochter eines Uhrmachers aus der Länggasse, und sie fuhr an die ETH, um Informatik zu studieren.
Ihr Vater hatte am Abend zuvor den Kopf geschüttelt. Nicht aus Missbilligung — Josef Feldmann schüttelte nie aus Missbilligung den Kopf, das überliess er seiner Frau —, sondern aus ehrlichem Unverständnis. Er reparierte seit dreissig Jahren Uhrwerke. Federhaus, Unruh, Hemmung — das waren Dinge, die man anfassen konnte. Was Regula studieren wollte, konnte man nicht anfassen. «Informatik», hatte er das Wort wiederholt, als schmecke es nach nichts. «Was macht man damit?» Regula hatte keine gute Antwort gehabt. Sie hatte gesagt: «Man bringt Maschinen das Denken bei.» Ihr Vater hatte gelacht. Nicht spöttisch. Amüsiert. «Meine Uhren denken auch», sagte er. «Sie denken, es sei drei Uhr. Und meistens haben sie recht.»
ETH Zürich, Herbst 1981
Der Zug fuhr durch das Mittelland. Regula hatte den Taschenrechner in der Jackentasche, einen Texas Instruments TI-30, den ihr die Grossmutter zum Abitur geschenkt hatte. Dreissig Franken. Die Grossmutter hatte gesagt: «Damit kannst du alles ausrechnen.» Regula bezweifelte das.
In Zürich regnete es. Sie nahm die Polybahn hinauf zum Hauptgebäude und suchte den Weg zum Informatik-Institut an der Clausiusstrasse. Der Campus roch nach nassem Laub und Kaffee. Vor dem Eingang stand eine Gruppe junger Männer, die rauchten und über etwas lachten, das mit «Pointern» zu tun hatte. Regula kannte das Wort nicht.
Im Foyer hing ein Aushang: «Willkommen, Abteilung IIIC — Informatik. Immatrikulation im Raum E5.» Darunter, in kleinerer Schrift: «Erste Vorlesung Prof. Wirth: Montag, 10:15, Auditorium F1.»
Sie zählte die anderen Studierenden im Immatrikulationsraum. Elf Frauen. Etwa hundert Männer. Ein Mädchen neben ihr — dunkle Haare, Genfer Akzent — stellte sich als Sophie vor und sagte: «Pas grave. In vier Jahren sind die Männer eliminiert, und wir sind die Mehrheit.» Regula lachte. Es war das erste Mal an diesem Tag.
Die Lilith
Dann sah sie die Lilith. In einem kleineren Raum, auf einem Schreibtisch, stand eine Maschine, die aussah wie nichts, das sie je gesehen hatte. Ein heller Bildschirm mit Fenstern. Fenster auf einem Bildschirm. Eine Maus — ein kleines Kästchen mit einem Knopf, das man über den Tisch schob. Und auf dem Bildschirm erschienen Buchstaben, Linien, Menüs. Der Assistent sagte: «Das hat Professor Wirth gebaut. Es gibt davon vielleicht zwanzig Stück auf der Welt.» Regula legte die Hand auf die Maus. Sie bewegte den Zeiger auf dem Bildschirm. Links, rechts, hinauf, hinunter. Ein Zeiger, der ihr gehorchte. Es war ein lächerlich kleines Erlebnis. Und es veränderte alles.
Am Abend rief sie ihre Mutter an, von der Telefonkabine am Bahnhof. Das Gespräch kostete sechzig Rappen pro Minute. «Wie war es?», fragte ihre Mutter. Regula sagte: «Sie haben eine Maschine, die Fenster hat.» Ihre Mutter schwieg. Dann sagte sie: «Fenster? Hast du warm genug?»
Extrait — Prologue : Le train pour Zurich
L'extrait complet est disponible dans la version allemande. Une traduction française intégrale suivra lors de la publication du livre.
Estratto — Prologo: Il treno per Zurigo
L'estratto completo è disponibile nella versione tedesca. Una traduzione italiana integrale seguirà alla pubblicazione del libro.
Reading sample — Prologue: The train to Zurich
Autumn 1981. At ETH Zurich, the very first independent computer science degree programme in the university's history gets underway — the first new department created since electrical engineering in 1935. Around 110 students enter their first semester that autumn.
Across the country, computer science courses are springing up, seminar rooms are filling, and professors are lecturing on a discipline barely twenty years old. Niklaus Wirth, co-founder of ETH's computer science department, had invented Pascal and would receive the ACM Turing Award in 1984. His workstation Lilith was one of the first graphical personal computers in Europe.
This book tells the story of that hope, its failure, and its unexpected fulfilment — forty years later than promised, but all the more powerful for it. It also tells what is to come. For the real upheaval has only just begun.
The full reading sample is available in the German version. A complete English translation will follow upon publication of the book.